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Pflanzenschutzwarndienst für den Erwerbsobstbau beim Landratsamt Ludwigsburg

Datum: 02.10.2018

Warndienst Nr. 33

Durchsage vom Dienstag, den 30. Oktober 2018

Pflanzenschutzwarndienst für den Erwerbsobstbau beim Landratsamt Ludwigsburg

Mäusebekämpfung

Der Besatz mit Feldmäusen ist in diesem Herbst lokal sehr hoch. Ursache ist v.a. die trockene Witterung. Um den Mäusebesatz zu verringern, sollte nach Abschluss der Erntearbeiten sämtliches Fallobst aus den Baumreihen entfernt werden. Zur direkten Bekämpfung eignen sich Ködermittel auf Basis von Zinkphosphid, Giftweizen oder Giftlinsen. Diese müssen für andere Tiere unzugänglich und verdeckt ausgebracht werden, am besten mit der Legeflinte. Wegen der Repellentwirkung von Zinkphosphid max. 5 Körner je Ablagestelle ausbringen und nicht überdosieren.

Um die Wühlmauspopulation niedrig zu halten, empfiehlt sich der regelmäßige Fang der Tiere mittels Schlagfallen. Des Weiteren können zinkphosphidhaltigen Schermaus-Sticks ausgebracht werden. Auf größeren Flächen am besten mit dem Wühlmauspflug. Auch hier alle Köder verdeckt ausbringen und kontrollieren, dass keine Köder oberflächlich liegenbleiben.

Ein kurz gehaltener Mulchrasen und ein unkrautfreier Baumstreifen sind Voraussetzung für eine niedrige Mäusepopulation.

Unkrautbekämpfung

An nicht-selektiven Herbiziden sind im Kern- und Steinobst derzeit nur Produkte auf Basis von Glyphosat zugelassen. Als Herbizide für die Herbstanwendung kommen z.B. Kyleo , Roundup-Express und Roundup Rekord in Frage. Wenn andere Glyphosat-Herbizide verwendet werden, ist darauf zu achten, dass sie für den Anwendungszeitraum im Herbst zugelassen sind. Einige Produkte haben nur eine Zulassung zur Anwendung von Frühjahr bis Sommer. Außerdem darf jedes Mittel nur einmal pro Jahr ausgebracht werden. Bei der Anwendung von zwei Glyphosat-Mitteln muss zwischen den Anwendungen ein Abstand von 40 Tagen eingehalten werden, wenn in der Summe mehr als 2,9 kg Glyphosat ausgebracht werden. Kyleo darf auf drainierten Flächen nicht verwendet werden: Auflage NG 405 beachten.

Damit es zu keinen Roundup-Schäden im kommenden Jahr kommt, dürfen keine grünen Pflanzenteile (Rinde, herabhängendes Fruchtholz, Wurzelschosser) getroffen werden. Um die Glyphosat-Einlagerung in die Bäume zu minimieren, sollten diese Herbizide möglichst kurz vor dem Einsetzen des Blattfalls angewendet werden. Durch die Schnittstellen abgemähter Wurzelschosser kann ebenfalls Glyphosat eingelagert werden.

Blattfallspritzungen

Gegen Holz- und Rindenkrankheiten sind besonders auf gefährdeten Standorten v.a. bei feucht-kühler Witterung Blattfallspritzungen sinnvoll. Bei Steinobst sind Kupferpräparate wie Funguran Progress oder Cuprozin Progress gegen Valsa und Pseudomonas am Wirksamsten. Es ist zu beachten, dass auf der gleichen Fläche max. 3 kg Reinkupfer pro Hektar und Jahr ausgebracht werden dürfen.

Bei Kernobst richtet sich die Blattfallspritzung v.a. gegen den Obstbaumkrebs. Wegen der ungünstigen Folgen für Regenwürmer sollte bei Kernobst an Stelle von Kupfer besser Malvin WG (Indikation Obstbaumkrebs) verwendet werden. Maximal 3 Anwendungen mit Malvin; die komplette Spritzfolge ist nur in stark gefährdeten Anlagen und Sorten sinnvoll. Die Blattfallspritzung kann mit Harnstoff (bis zu 10 kg/ha/mKH) kombiniert werden.

Zulassungserweiterungen:

Kumulus WG:

In Erdbeeren gegen Echten Mehltau, zur Vorblüte und Nachernte
5 kg/ha, max 6 Anwendungen, WZ F

Kumulus WG:

In Johannisbeerartigem und himbeerartigem Beerenobst
gegen Echten Mehltau im Freiland und im Gewächshaus
mit Befallsminderung gegen Spinnmilben
vor dem Austrieb 5 kg/ha und nach dem Austrieb 4 kg/ha,
max. 6 Anwendungen, WZ 7 Tage

Delan WG:

Gegen Blattfallkrankheit bei Stachelbeeren im Freiland
nach der Blüte, max. 2 Anwendungen, WZ 14 Tage

Zulassungsverlängerungen:

Steward, Cercobin fl., U 46 M fluid und Cadou SC

Bis 31.10.2020

Metaldehydhaltige Schneckenkörner und Schneckenlinsen
wie z.B. Delicia oder Etisso Schneckenlinsen, Schneckenkorn Spiess Urania, u.a.

Bis 31.10.2019

Pirimor und Pirimax

Bis 30.04.2019

Ein Veranstaltungshinweis:

Am 21. und 22. November findet die Leitmesse für den Spargel- und Erdbeeranbau Expo SE auf dem Messegelände in Karlsruhe statt.

Der nächste Warndienst erfolgt nach Bedarf, voraussichtlich im Dezember.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanweisung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen einzuhalten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.


 

Warndienst Nr.1 vom 03. Januar 2018

Warndienst Nr.2 vom 25. Januar 2018

Warndienst Nr.3 vom 05. März 2018

Warndienst Nr.4 vom 13. März 2018

Warndienst Nr.5 vom 23. März 2018

Warndienst Nr.6 vom 03. April 2018

Warndienst Nr.7 vom 09. April 2018

Warndienst Nr.8 vom 11. April 2018

Warndienst Nr.9 vom 16. April 2018

Warndienst Nr.10 vom 18. April 2018

Warndienst Nr.11 vom 21. April 2018

Warndienst Nr.12 vom 24.April 2018

Warndienst Nr.13 vom 28. April 2018

Warndienst Nr.14 vom 07.Mai 2018

Warndienst Nr.15 vom 11. Mai 2018

Warndienst Nr.16 vom 15. Mai 2018

Warndienst Nr.17 vom 17. Mai 2018

Warndienst Nr.18 vom 22. Mai 2018

Warndienst Nr.19 vom 29. Mai 2018

Warndienst Nr.20 vom 07. Juni 2018

Warndienst Nr.21 vom 15. Juni 2018

Warndienst Nr.22 vom 04. Juli 2018

Warndienst Nr.23 vom 20. Juli 2018

Warndienst Nr.24 vom 08. August 2018

Warndienst Nr.25 vom 13. August 2018

Warndienst Nr.26 vom 21. August 2018

Warndienst Nr.27 vom 28. August 2018

Warndienst Nr.28 vom 04. September 2018

Warndienst Nr.29 vom 11. September 2018

Warndienst Nr.30 vom 19. September 2018

Warndienst Nr. 31 vom 25. September 2018

Warndienst Nr. 32 vom 02. Oktober 2018

Warndienst Nr. 33 vom 30. Oktober 2018



 

 


 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

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