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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Datum: 16.08.2018

Pflanzenschutzhinweise

Zuckerrüben

In manchen Bereichen des Landkreises sind Zuckerrübenschläge von der Rübenmotte befallen. Der Gesamtzustand mancher Zuckerrübenschläge (reduzierter Blattapparat, von oben gut sichtbarer, freiliegender Herzbereich) verbessert möglicherweise die Erreichbarkeit der Rübenmottenlarven durch ein Insektizid. Versuchsergebnisse aus dem Jahr 2015 (LTZ) haben jedoch ergeben, dass der Wirkungsgrad einer Insektizidmaßnahme gegen Rübenmottenlarven nur ca. 50 % beträgt. Zur Zugabe eines Insektizids zu einer eventuell anstehenden Cercospora-Maßnahme wird also nur im Ausnahmefall geraten. Bestenfalls verwachsen sich die verursachten Schäden im Herzblattbereich mit den nächsten Niederschlägen.

Durch die Trockenheit und Hitze der letzten Wochen wurde der Krankheitsdruck durch Cercospora gebremst. Die Bekämpfungsschwelle liegt ab jetzt bei 45 % befallener Blätter. Sobald Niederschläge fallen, besteht erneut Ausbreitungsgefahr von Cercospora. Aktuell kann also mit einer Behandlung noch abgewartet werden. Für die Behandlung stehen Mittel wie Cirkon, Domark, Duett Ultra, Rubric oder Spyrale (muss bis 30.09.2018 aufgebraucht werden) zur Verfügung. Die Behandlung sollte wie gehabt in den Morgenstunden stattfinden.

Zulassungen für Notfallsituationen

Das BVL hat eine Zulassung für Funguran Progress (Wirkstoff: Kupferhydroxid) gegen Cercospora-Blattflecken in Zuckerrüben auf Flächen mit einer nachgewiesenen Fungizid-Resistenz des Erregers vom 10. Juli bis zum 6. November 2018 für 120 Tage erteilt. Empfehlung für Standorte, auf denen die Fungizidmaßnahmen im vergangenen Jahr keine ausreichende Wirkung zeigten: 1,25 kg/ha.


Winterraps

Durch die aktuelle Trockenheit wird es dieses Jahr nicht zu Frühsaaten im Raps kommen. Bitte beachten Sie bei der Aussaat von Raps und Zwischenfrüchten die Hinweise in der Gebrauchsanleitung zu Nachbaubeschränkungen, vor allem bei der Anwendung von Sulfonylharnstoffen in Getreide im Frühjahr. Witterungsbedingt wurden die Wirkstoffe im Boden langsamer abgebaut – eine gute Durchmischung des Bodens durch tiefe Bodenbearbeitung kann einen „Verdünnungseffekt“ bringen.

Nach der Saat sollte trotz der vergangenen Trockenheit das Schneckenaufkommen überwacht werden (Schadschwelle: 1 Schnecke pro Kontrollstelle). Auch die Kontrolle des Erdflohaufkommens sollte ab der Saat per Gelbschale im Auge behalten werden. Erdflohbefall kann ab erreichen der Schadschwelle lediglich durch Flächenbehandlungen mit Insektiziden bekämpft werden. Diese können im Falle von frühem und massivem Befall mit der Unkrautbehandlung ausgebracht werden.


Durch die Trockenheit ist bisher erst ein Teil des Ausfallgetreides und sonstiger Unkräuter aufgelaufen.

Die Unkrautbekämpfung erfolgt standardmäßig im Vorauflauf bzw. bevorzugt im frühen Nachauflauf. Vorauflaufmittel (Bodenherbizide) sollten bei vorhandener Bodenfeuchte oder guter Taubildung eingesetzt werden. 

Behandlungen ohne Clomazone: Butisan Aqua Pack (Butisan Kombi+Stomp Aqua 2,5+0,8), Butisan Gold (2,5), Runway Kombi Pack (Butisan Kombi+Runway 2,5+0,2). Für Anwendungen ohne Metazachlor ist Tanaris (1,5) mit Runway (0,2) geeignet. Für einfache Verunkrautung einschließlich Kamille, Klette und Storchschnabel.


Behandlungen mit Clomazone: Colzor Trio (4,0) oder Nimbus Komplett (2,5). U.a zur Bekämpfung von Ackerhellerkraut und Raukearten. Bei Behandlungen mit Centium 36 CS (0,33) oder Gamit 36 AMT (0,33) oder Circuit Syntec in Soloanwendung sind reduzierte Abstände zu Siedlungen (20m) möglich. Die Anwendung sollte im Vorauflauf bis spätestens 3 Tage nach der Saat stattfinden. Spätere Anwendungen können Schäden an den Rapspflanzen verursachen.

Clomazonehaltige Produkte stehen aufgrund der Auflagen, trotz guter Wirkung gegen Hellerkraut, Klettenlabkraut und Hirtentäschel zurzeit nicht im Vordergrund der Beratungsempfehlungen.
 

 

Clomazoneauflagen:

Tagestemperaturen: Bis 20°C: ganztägige Anwendung; bei 20° bis 25°C: Anwendung von 18:00 bis 9:00 Uhr; Bei Temperaturen über 25°C: keine Anwendung!Hilfreich: Clomazone-Wetter des Deutschen Wetterdienstes

Abstände: Zu Siedlungsflächen, Ökoanbau – 50m, außer für die Mittel Centium 36 CS oder Gamit 36 AMT in Soloanwendung - 20m; zu Flächen mit Winterraps, Getreide, Mais oder Stoppel – 0m; zu allen übrigen Flächen - 5m

Dokumentation: Anwendungsplan mitführen, spätere Aufhellungen im Umkreis von 100m an das Landwirtschaftsamt melden

Technik: Düsen mit 90% Abdriftminderung, Wasser mindestens 300 Liter/ha

Information: An abdriftgefährdete Nachbarn, falls gefordert: spätestens 1 Tag vor der Anwendung
 

Metazachlor:

Der im Butisan und Fuego Top enthaltene Wirkstoff Metazachlor sollte in wassersensiblen Gebieten gar nicht oder nur vorsichtig eingesetzt werden, d.h. mit maximal 500g/ha Wirkstoff. (à Reduzierung der maximal zulässigen Aufwandmenge). In Wasserschutzgebieten wird empfohlen, auf den Einsatz ganz zu verzichten.


Quinmerac:

Beachten Sie bitte nebst allem, dass der Wirkstoff Quinmerac 250 g/ha und Jahr nicht überschreiten darf (Mittel: Tanaris, Fuego Top, Butisan)



 


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Hinweis:
Telefonische Warnhinweise erhalten Sie unter 01805 197 197-61 (Servicerufnummer mit besonderen Telefonverbindungsentgelten: 0,14 €/Min aus dem Festnetz der deutschen TelekomAG, Mobilfunk max. 0,42 €/Min).

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Mail: Franziska Grötzinger

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